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Angi

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Sonntag, 27. Dezember 2015, 07:35

Flüchtlinge

Es ist kein echtes Smalltalkthema, aber trotzdem: gerade habe ich in der Zeitung gelesen, dass viele Flüchtlinge nachts an kalten Bahnhöfen stranden, wo sich zu wenige um sie kümmern, es wurden Uelzen, Minden und Göttingen als Beispiele genannt. Wo kann man eigentlich erfahren, wo Hilfe in z.B. unserer Gegend gebraucht wird ? Es müsste ein Netzwerk geben, wo solche Orte auftauchen, das wäre sinnvoll. Ich verstehe nicht so recht die Wege, die da genommen werden, warum stranden die in Norddeutschland, man denkt ja spontan eher an die südlichen Grenzregionen.
LG,
Angi

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Lea

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2

Sonntag, 27. Dezember 2015, 08:20

Hier erleben wir, das mit viel Geld und Hilfe Häuser und Kasernen gerichtet werden für viele hunderte Menschen, die dann kommen und eine Woche später einfach wieder verschwunden sind. Es mag Gründe dafür geben, ja, aber es ist Winter, sie hätten es warm, wären satt und sind sicher! Es gibt, grob geschätzt nach den ständigen Zeitungsberichten, ca. 800-1000 freie Plätze hinter gemäuer, nur, hier oben im Dorf will halt niemand... Ich weiß, ich pockere hoch...aber mein Mitgefühl hält sich derzeit in Grenzen.
Liebe Grüße Lea :kaffee: mit dem Trio *2002, dem Räuber *2010 und dem jüngsten von 2017 :wink:

kuschelmops

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Sonntag, 27. Dezember 2015, 09:39

Hallo,
Hier ist es ähnlich.
Die Gemeinde hat unsere Sporthalle zur Verfügung gestellt.
Dadurch fällt für die Kinder hier der Schulsport weg und für unseren Ort und Umgebung der Vereinssport. Ein Teil wurde verlegt, aber nur mit grossen Einschränkungen.

Dann kamen die ersten Busse aus Laatzen mit 150 Flüchtlingen aus Passau.
Gegen 10:00 Uhr waren sie da, um 15:00 Uhr waren von den 150 noch ganze 10(!) Flüchtlinge da, die sich in der Halle einquartiert haben.
Der Rest ist Hals über Kopf weiter gereist, nach Regensburg, Frankfurt und München (!). Ein Teil auch nach Hamburg, um dann nach Schweden zu kommen.
Wahnsinn und irrsinnig, wenn man überlegt, dass sie vorher rund 1000 km hierher gefahren wurden, um die gleiche Strecke sofort wieder zurück zu fahren :dash: .
Nach den damit verbundenen Kosten mag ich gar nicht fragen ?( ....
Da liegt organisatorisch Einiges im Argen und das geht so eigentlich gar nicht....
Es gibt hier im Ort ein Helfernetzwerk, aber ich gebe zu, dass ich mich bisher aus diesen Gründen sehr zurück gehalten habe.
Ich habe meine Bereitschaft signalisiert, Kindersachen zu spenden und für zwei der hier einquartierten Kinder ein Weihnachtsgeschenk organisiert.
Was und wie derzeit die Dinge in dem Zusammenhang in diesem unseren Lande ablaufen ist in meinen Augen reine Chaosbewältigung auf höchstem Niveau und macht mir eher Angst und lässt mich ratlos da stehen.....
Und die ersten Kostenreaktionen kommen auch jetzt schon auf uns zu.
Die Krankenkassenbeiträge sollen für das kommende Jahr massiv steigen und die Arbeitgeberverbände überlegen derzeit, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu streichen, wenn sie diese Erhöhungen mittragen sollen.
Rückfall in Zeiten vor Bismarck.
Und es wird noch schlimmer kommen.....
Viele Grüße,
Corinna mit M., J., P. (* Juni 2008, SSW 29+0, 1432g, 1237g und 723g) und E. (
* Januar 2013, SSW 36+0, 2880g)

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Lea

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Sonntag, 27. Dezember 2015, 09:58

und klagen dürfen wir nicht, weil wir schließlich im absoluten Wohlstand hausen. Wir können alle gut und gerne alles teilen was wir besitzen, und hätten noch genug.
Ich weiß nicht...irgendwas machen wir falsch...
Liebe Grüße Lea :kaffee: mit dem Trio *2002, dem Räuber *2010 und dem jüngsten von 2017 :wink:

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Sonntag, 27. Dezember 2015, 12:24

Hier auch so, unsre Vereinsheime wurden belegt, in Wildeshausen die Turnhallen.

Sachspenden waren NICHT erwünscht, wenn es sich nicht um neuware handelt, Spielzeug bitte nur elektronisch.
Ständig war die Polizei da. Essen wurde auf die Schulhöfe gekippt, Helfer beschimpft.
Einem Landwirt wurden Schafe geklaut und in der Turnhalle !!!!!!!! geschächtet....Passiert ist nix... Jetzt musste die Turnhalle komplett saniert werden, steht aber jederzeit wieder für Flüchtlinge bereit. Die Bundeswehrkaserne, welche freisteht, ist leirder für die Flüchtlinge wohl nicht geeignet...Grund : Sie ist 5 km vom Stadtkern entfernt... Da fehlen mir die Worte....

Und Gleichzeitig wird natürlich von der Flüchtlingshilfe gesucht : Neue Kleidung. Neue Kinderwagen, Laptops, Tablets. Flachbildfernseher.... Röhrenfernseher, die noch top funktionieren, werden abgelehnt.

Dafür klingeln sie morgens um 5 an den Hautüren und betteln... Aber wir müssen ja imme rnur Verständlins haben. Durch die Innenstadt gehe ich jedenfalls in der Dämmerung nicht mehr, bei dem "Rudelauftreten" wird einem tatsächlich komisch.

Und man trifft irgendwie nur auf Undankbarkeit, es werden nur noch Ansprüche gestellt.

Unsre Gemeinde hat "ihre" Flüchtlinge morgens zum Bauhof bestellt, Bürgersteige fegen, Schulhof und Spielplätze aufräumen, abends Sport....
Tja, unsre Gemeind eist jetzt "unerwünscht", unsre Flüchtlinge verschwinden grade von ganz alleine. Verständnis habe ich nicht mehr entweder ich fliehe vor dem Krieg und bin froh, dass ich hier trocken schalfen kann, was zum anziehen und zu essen habe, bin dankbar und leise, oder ich gehe wieder, Punkt.
Meine Monster sind *01.02.05, *14.06.06 und dreimal *27.10.08. Jetzt komplett mit Zwuck *14.01.2012


AnJoNiLuMiAn

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Sonntag, 27. Dezember 2015, 20:01

Bei uns sind sie in einer geräumten ehem. britischen Kaserne untergebracht.
Auch gebrauchte Kleidung wird genommen. Spielzeug soll ausdrücklich nicht elektronisch sein.
Viele Grüße
Jana mit
A. (2004), J. (2006), N. (2008 ), L. + M. + A. (2010 bei 34+0 mit 2,3 / 2,2 / 1,6kg)

Nane

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Sonntag, 27. Dezember 2015, 23:40

Seit Juli 2015 beherberge ich in einem Teil meines Hotels 24 Asylbewerber,
die waren alle zufrieden mit dem was sie hatten.

Dann kam der Arbeitskreis Asyl ins Spiel und setzte nach meiner Meinung völlig falsche Signale:
über 30 Fahrräder für 24 Jungs,
Säcke voller Klamotten,
Möbel, uralt Computer, riesengroße Röhrenfernseher und und und ......

Plötzlich war alles im Überfluss da .... warum da noch sorgsam mit dem Zeug umgehen ... der Nachschub steht schon in der Einfahrt,
im Treppenhaus und in den Fluren....

Da habe ich die übermotivierten Helfer gebremst .... und jetzt läuft alles wieder rund.


Das mit den Röhrenfernsehern ist ein anderes und größeres Problem.
So ein großer Fernseher nimmt einfach den Platz eines Tisches weg,
und das ist mit den alten Monitoren an den PC´s nicht anders.
Dann fehlt Abstellfläche in den Zimmern,
also wird auf den Geräten alls möglich abgetellt,
und dann wird es zur Zeitbombe.

Mir kommen keine Fernsehspenden ins Haus,
die müssen mit den kleinen tragbaren TVgeräten, die auf das Wandregal passen, auskommen.

Undankbarkeit - sehe ich so nicht.
Fast alle haben inzwischen einen Praktikumsplatz, Arbeitsplatz und sogar schon Ausbildungsplätze.

Vielleicht macht es einfach einen Unterschied ob sie vor 18 Monaten ankamen,
einigermaßen geordnet,
oder jetzt mit dem großen Flüchtlingstreck


LG
Ingrid

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TineD

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8

Montag, 28. Dezember 2015, 08:55

Dann kam der Arbeitskreis Asyl ins Spiel und setzte nach meiner Meinung völlig falsche Signale:
über 30 Fahrräder für 24 Jungs,....
Plötzlich war alles im Überfluss da .... warum da noch sorgsam mit dem Zeug umgehen ... der Nachschub steht schon in der Einfahrt,...
Liebe Grüße Ingrid


Ich denke, dass da eines der Hauptprobleme liegt, dass über die Bedürfnisse derer, die hier ankommen die Bedürfnisse derer, die "schon immer" hier leben ins Hintertreffen geraten.
In Hannover wurden bei der Versteigerung des Fundbüros mal eben 50 Fahrräder für "die Flüchtlinge" ersteigert. Das war bisher immer eine Quelle, wo sich Leute, die es nicht so dicke haben, versorgen konnten. Die ist nun versiegt, "wegen der Flüchtlinge", die weder etwas dafür können, noch- nehme ich an- etwas davon ahnen. Aber die öffentliche Wahrnehmung ist so.
Seit den Sommerferien habe ich neue Nachbarn aus Montenegro. Deren Fahrräder stehen im Hof. Vor ein paar Tagen ist ein Like-a-Bike dazu gekommen. Ganz offensichtlich sind sie sich des Wertes nicht bewusst, denn es steht auch draussen…
Die Brettspiele, die ich rübergebracht habe, haben sie gerne angenommen und die Kids haben sich gefreut wie Bolle, als sie von der Integrationshilfe gebrauchte Schulranzen bekommen haben. Die wurden schön sauber geschrubbt, in der Sonne getrocknet und immer wieder begeistert in Augenschein genommen.
Ich denke, es ist wie überall sonst auch: Es gibt so`ne und solche.
Liebe Grüße Tine

Angi

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Montag, 28. Dezember 2015, 08:57

Danke für den kleinen Überblick, und ich war ja froh, dass auch was Positives dabei war. Tja, ich weiß immer noch nicht, was ich von der Sache halten soll, deswegen wollte ich mir gerne selbst mal ein Bild machen, weil das Thema ja uns nun alle betrifft und noch weitreichende Konsequenzen haben wird. Und da es ein Thema ist, das medial gut ausgeschlachtet werden kann, weiß ich nicht, was man da glauben kann. Bekannte von mir waren hier nach Erntdank mit Essensresten vom Fest in einer Unterkunft, da sagten die Menschen großen Dank, "Ihr habt an uns gedacht, und dass war das beste daran! " Dort war man sehr dankbar. Aber das habe ich nicht selbst erlebt.

Wie man am Beitrag von Nane sieht, ist es wahrscheinlich sehr wichtig, die Dinge gleich in die richtigen Bahnen zu lenken, damit bei den jungen Leuten nicht der falsche Eindruck entsteht, sie sollen jetzt hier das verschwenderische Leben führen, das man sich in ihrer Heimat so zugemunkelt hat.
LG,
Angi

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Montag, 28. Dezember 2015, 09:15

Hallo,

bei uns in Belgien gibt es nicht soviele Flüchtlinge, daß sie sich bemerkbar machen, und dem Volk wird eigentlich wenig Hilfe abverlangt, obwohl, glaube ich, viele Leute gerne mehr täten. Es gibt zwei Internetseiten von Initiativen, die helfen, die Flüchtlingshilfe zu koordinieren (www.refugees-welcome.be und www.bxlrefugees.be), und die arbeiten inzwischen auch mit dem Roten Kreuz zusammen. Die meisten Flüchtlinge gibt es bei uns im Zentrum, in der Nähe von Elisabeths Schule. Das liegt daran, weil da die Aufnahmestelle ist; die ist überfüllt und zu langsam, also gibt's da Stau. Im Herbst gab es ein Zeltlager mit großer, improvisierter Küche. Geschenke werden zentral koordiniert, je nach den Bedürfnissen der Flüchtlinge. Das sind hier meist Kleiderspenden, Schlafsäcke und Zelte, als es noch das Zeltlager gab, Essensspenden, Spielzeug und so. Elektronische Geräte sind nicht nachgefragt, Fahrräder wären sicherlich nützlich, habe ich aber noch nicht auf der Liste gesehen.

An den Schulen sind sie noch nicht wirklich angekommen, weder in den Turnhallen noch als Schulkinder. Dafür müßte Belgien wahrscheinlich mehr aufnehmen. Und in Rudeln laufen sie bei uns auch herum, aber das ist beschränkt auf die Innenstadt, weil wir halt nur wenige Flüchtlinge haben. Meistens sind das harmlose Rudel, selbst wenn sie aus jungen Männern bestehen (ich habe vor Jahren im SPIEGEL mal eine Titelgeschichte namens "der junge Mann - die gefährlichste Spezies der Welt" gelesen. Fand ich witzig und enorm zutreffend).

Ich glaube, man kann nicht erwarten, daß die Leute die ganze Zeit dankbar sind. Zuerst sind sie es sicherlich alle, aber wenn dann der Alltag sie wieder einholt, denken sie an anderes und benehmen sich genauso irrational wie unsereins auch. Dazu kommt sicherlich, daß Leute, die den ganzen Tag nur warten, unzufriedener sind als solche, die arbeiten oder lernen. Aber da muß man ja erst einmal hinkommen, und das dauert seine Zeit. Ich finde die Idee, die Flüchtlinge zu gemeinnützigen Arbeiten heranzuziehen, eigentlich gut, wenn es nicht so aussieht wie Zwangsarbeit und vernünftig koordiniert wird. Dann haben sie was zu tun und fühlen sich nicht als Last für die Einheimischen.

In der Türkei gibt es auch mengenweise Flüchtlingslager. Die sind meist in den grenznahen Regionen und weit weg vom Schuß. Weniger als 10 % der Flüchtlinge bleiben da. Es ist was anderes, wenn man voraussehen kann, daß ein Konflikt von kurzer Dauer ist und man bald wieder zurückkann. Dann freut man sich, in Sicherheit zu sein und ein Dach über dem Kopf zu haben, aber wenn man schon weiß, daß es für Jahre sein soll, geht man dorthin, wo man Freunde oder Verwandte finden kann, wo es Arbeit und vernünftige Schulen gibt. Deshalb sind in der Türkei die meisten Flüchtlinge in den großen Städten gelandet. Die meisten arbeiten, oft zu erbärmlichen Bedingungen, aber manche haben auch von öffentlichen Trägern Jobs bekommen. Da, wo wir im Sommer wohnen, hat die Stadtverwaltung alle Straßen neu gepflastert, und so gut wie alle Arbeiter waren irakische Kurden. Die meisten waren erst ein paar Monate da, hatten aber schon passabel Türkisch gelernt. Und manche Flüchtlinge betteln auch. Im Gegensatz zu Deutschland geben sich die Türken keine besondere Mühe, die Flüchtlingskinder in den Schulen einzugliedern, und deshalb gibt es leider auch oft Kinder, die betteln oder arbeiten müssen.

Ich denke jedenfalls, daß die Dauer und Aussichtslosigkeit ihrer Situation gerade Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan dazu bringt, langfristig zu denken. Und dazu gehört halt, Arbeit/ Ausbildung und vielleicht noch ein paar Leute aus der alten Heimat zu finden. Also gehen sie dahin, wo sie denken, daß es das gibt und wollen eher in die Städte. Das macht die Organisation vielleicht schwierig, ist aber verständlich und nicht sehr undankbar, finde ich.

Alles Liebe,

Eva
Eva

mit Yusuf (10.12.1998) und
Amalia, Friedrich und Elisabeth (07.08.2002)

Seid umschlungen, Millionen
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder, überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen!

AnJoNiLuMiAn

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Montag, 28. Dezember 2015, 09:27

Ich finde es auch verständlich, wenn sie lieber zu bereits vorhandenen Familienmitgliedern wollen.
Im zerbrochenen Jugoslawien hat fast jede Familie mehrere Mitglieder im Ausland. Die Familie meines Mannes in Australien, USA, Österreich, Schweden und Dtl.
Viele Grüße
Jana mit
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kuschelmops

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Montag, 28. Dezember 2015, 10:12

Und gerade das ist einer der Aspekte, die ich als irrsinnig bezeichne.
Klar wollen die Leute zu Verwandten, Freunden und Bekannten, dagegen ist ja auch gar nichts ein zu wenden. Es ist verständlich und gut, wenn sie schon einen Ort zum Unterkommen haben und würde die Leute entlasten, die sie ansonsten in irgendwelche Turnhallen oder Zelte vermitteln müssten. Das wäre doch gut.....
Aber keiner fragt sie, wenn sie hier ankommen, ob sie vielleicht schon irgendwo einen Platz haben.
Statt dessen werden sie sinnlos durch Deutschland gefahren, was ja auch (in dem Fall unnötige) Kosten verursacht, damit sie am Endpunkt dieser Reise sofort wieder weiter fahren und im schlimmsten Fall fast die gleiche Strecke wieder zurück, diesmal aber auf eigene Kosten.
In meinen Augen völlig unnötiger Wahnsinn in jeder Beziehung und ein grosser Schwachpunkt der Organisation in unserem bürokratischen Land.
Diese Verteilung hätten die Verantwortlichen seit September zumindest verbessern können, um das Leben und Miteinander für alle zu verbessern und die Stimmung positiv zu halten......
Viele Grüße,
Corinna mit M., J., P. (* Juni 2008, SSW 29+0, 1432g, 1237g und 723g) und E. (
* Januar 2013, SSW 36+0, 2880g)

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Montag, 28. Dezember 2015, 10:28

In der Organisation läuft da mit Sicherheit einiges schief, das stimmt.
Man braucht sich ja bloß die Bilder von den arme Leuten anschauen, die tage- und teilweise wochenlang in der Kälte Schlange stehen, um registriert zu werden. Klar ist das für die deutschen Behörden eine große Herausforderung, aber es will mir nicht in den Kopf, dass man das nicht besser hinbekommen soll. Wie mal einer der Helfer gesagt hat - es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das erste Baby erfriert ;(

Bei uns im Ort gibt es keine Flüchtlinge.
Ich habe schon oft überlegt, dass man eine Kinder-Spielgruppe organisieren könnte, damit die Familien Anschluss finden. Das fänden meine Kinder bestimmt auch gut. Mir gehen die Berichte über Flüchtlingskinder, und besonders über alleine mit Kindern geflüchtete Frauen so nah.
Aber wie gesagt, direkt hier bei uns gibt es bisher keine Flüchtlingsunterkunft, und für solche Treffen erst in die nächste Stadt zu fahren, das bekomme ich zeitlich/organisatorisch nicht hin.

In Berlin gibt es natürlich viele Möglichkeiten zu helfen, aber das ist für uns dann doch zu weit.
Liebe Grüße :wink2:
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14

Montag, 28. Dezember 2015, 11:00

Klar ist das für die deutschen Behörden eine große Herausforderung, aber es will mir nicht in den Kopf, dass man das nicht besser hinbekommen soll. Wie mal einer der Helfer gesagt hat - es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das erste Baby erfriert ;(
Und die registrierenden Stellen haben Mühe und Not, den Flüchtlingen klar zu machen, dass die Frauen und Kinder zuerst registriert werden sollen. Ein täglicher kampf, einige meiner Kollegen arbeiten mittlerweile leihweise dort.
Meine Monster sind *01.02.05, *14.06.06 und dreimal *27.10.08. Jetzt komplett mit Zwuck *14.01.2012


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Dienstag, 29. Dezember 2015, 00:24

Ich bin mit vollgepacktem Auto (Kleidung und Spielzeug) zur britischen Kaserne gefahren, wo sie bei uns untergebracht sind.
Wollte nett verteilen, paar Kinder glücklich machen.
Was war?
Ich musste alles am Eingang an der Schranke bei einem DRK-Mitarbeiter abgeben, habe nicht einen Flüchtling zu Gesicht bekommen...

Aaaber: es wurden auch schon einige Arbeitsplätze geschaffen (für Einheimische).
Das DRK hat sowohl bei der Kleidersortierung eingestellt, als auch arabisch/deutsch sprechende Frauen mit Migrationshintergrund, mehrere Mütter aus der Klasse meiner Zweitältesten, zum Dolmetschen
Viele Grüße
Jana mit
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Dienstag, 29. Dezember 2015, 00:57

Jana,
für dich als Spender ist das im Moment sicher unbefriedigend,
aber es verhindert das Chaos das ich hier im und um ums Haus erlebt habe.
Die Flüchtlinge sind trotzdem glücklich und dankbar ...
auch wenn "Augenzeugenberichte" und" Ichhabegehörtberichte" das Gegenteil suggerieren.

Ich wünsche allen Flüchtlingen dass sie irgendwann an einem sicheren Ort ankommen,
so wie unsere Ostvertriebenen 1945 in Deutschland ankommen durften,
oder unsere Russlanddeutschen die wieder zurückkommen konnten.
Wir erleben zur Zeit eine der großen Flüchtlingswellen,
aber die gab es schon immer .... eine der ersten ist im Buch Mose niedergeschrieben.

LG
Ingrid

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17

Dienstag, 29. Dezember 2015, 13:39

Ich musste alles am Eingang an der Schranke bei einem DRK-Mitarbeiter abgeben, habe nicht einen Flüchtling zu Gesicht bekommen...

Das kann ich aber schon verstehen, denn es muss ja für eine gerechte Verteilung der Sachen gesorgt werden, und das können eigentlich nur die Mitarbeiter/Helfer, die dort arbeiten und am ehesten einen Überblick haben.
Liebe Grüße :wink2:
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